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An die Leitung der Ecole d'Humanité, 7. April 2007

Liebe Sara, liebe Cathlin, lieber Hans, lieber Frederic,

Als ich vor ein paar Wochen hörte, wieviel MitarbeiterInnen die Ecole im Sommer verlassen werden, war ich einerseits erleichtert, denn damit kehrt bei Euch nach einer schwierigen Zeit hoffentlich wieder etwas mehr Ruhe und Friede ein. Gleichzeitig werden diese bewährten Kräfte aber doch auch fehlen. Ich möchte Euch heute deshalb hoch offiziell zwei Dinge mitteilen:

1. Ich hoffe sehr, dass Ihr persönlich (und die ganze Ecole mit Euch) gut durch diese Zeit kommt und dass sich die Lage wirklich bald entspannt! An einer Schule wie der Ecole gibt's ja immer viel zu kritisieren. Vieles könnte anders, vielleicht auch "besser" sein. Aber immer wenn ich im Kreis von Freunden oder "öffentlich" über die Ecole spreche, merke ich auch, wie viel dort trotz allem wirklich "gut" ist, wie sehr ihr euch als Erwachsene bemüht, in den Konferenzen und überall fair miteinander umzugehen und den vielen Wünschen und Bedürfnissen der KameradInnen gerecht zu werden etc. etc.. Dass dies so ist, ist auch euer Verdienst. Das möchte ich heute gerne sagen und euch für diese Arbeit, dieses immer wieder probieren und dran bleiben danken!

2. Falls es in nächster Zeit bei Euch irgendwo "eng" werden sollte und Ihr das Gefühl habt, dass ich Euch in der Situation vielleicht helfen könnte, so zögert nicht, mich zu fragen. Ich bin im Prinzip bereit und bis Frühjahr 2008 zeitlich und kapazitätsmässig auch relativ flexibel. Ich habe kürzlich die Idee gehabt, nach dem Sommer vielleicht ein Trimester zu euch zu kommen, um euch zu helfen, so etwas wie Kontinuität aufrecht zu erhalten. Für mich wäre es spannend, wieder mitten im Alltag der Ecole zu sein, zu unterrichten und mit den Kids zusammenzuleben ... Inzwischen bin ich allerdings nicht mehr so sicher, ob das tatsächlich eine gute Idee ist, denn ich bin weder ein besonders erfahrener Lehrer noch ein besonders gutes Familienoberhaupt, zumindest wenn es darum geht, dass alle um neun oder halbzehn Uhr im Bett sind. Aber vielleicht seht ihr das ja anders, oder vielleicht könnt ihr mich sonst wo besser gebrauchen. Ihr sollt vor allem wissen, dass ich im prinzip bereit bin zu helfen, wenn ihr Hilfe brauchen könnt!

Damit lebt wohl für heute. Wir sehen oder sprechen uns ja sicher irgendwann wieder!

Herzliche Grüsse und ein grosses Danke für euer Dranbleiben,