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Behindert? Ein Mail

Es ist schon etwas eigenes mit diesem Behindertsein. Man ist ja ein Mensch wie jeder andere, so wird einem von allen Seiten und zu fast allen Zeiten beteuert, aber in meinem Gefühl ist diese gute Nachricht offenbar noch nicht angekommen, obwohl ich andauernd in meiner Psyche herumwerkle und sie bzw. mich in Sachen Selbstbewusstsein auf Vordermann zu bringen versuche.

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Epilepsie und ... nichts vergessen

Ich habe alles vergessen und alles ist da. Was bedeutet mir zum Beispiel Blindheit? Hat es jetzt noch eine Bedeutung? Bedeutet es mehr als früher? Was bedeutet jetzt Schwulsein? Was bedeutet mir Lähmung? Was bedeutet mir das Laufen und der Rollstuhl, in dem ich jetzt sitze? Was bedeutet mir Vergesslichkeit? Verdränge ich, was ich nicht wissen will? Ich bin vielleicht ein anderer Mensch geworden, und ich bin gleichzeitig unverändert der gleiche geblieben oder ...?

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Hans Damf in allen Gassen

Ich war von anfang an stark sehbehindert und mit 12 oder 13 Jahren wurde ich blind. Erst war ich fast ein Vorzeigemensch: was hat der Geschaft, was hat er alles gemacht! Und dann, ich war inzwischen 58, hatte ich einen Hirnschlag, und ich war weg vom Fenster!

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Erprobte Regeln für den blinden Wanderer von Jakob Birrer aus Luthern bei Luzern 1838

Schon unzählige Male hörte ich auf meinen Wanderungen von Sehenden die Äußerung: "Wie ist es euch doch möglich, so allein den Weg zu finden? Gewiß müßet ihr noch etwas Schein haben." Wenn ich dann betheuerte, daß ich stockblind sei, so kam ihnen die Sache durchaus unbegreiflich und wunderbar vor. Und doch beruht die Möglichkeit, als Nichtsehender ohne Führer zu wandern, auf sehr einfachen und natürlichen Regeln. Diese macht jeder Blinde sich selbst, und die Noth ist sein Lehrmeister. Auch ich habe mir solche gemacht, und erlaube mir, dieselben im Kurzen mitzutheilen. Vielleicht liest diese Andeutungen Mancher mit einigem Interesse. Daß ich damit mehr über mich selbst Aufschluß geben, als Andere belehren will, versteht sich von selbst; denn die Sehenden sind so glücklich, dießfälliger Belehrung gar nicht zu bedürfen; und was meine Unglücksgefährten betrifft, so fühle ich mich weder fähig noch berufen, ihnen Regeln irgend einer Art vorzuschreiben

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geschichtliche Mittheilungen über das Loos der Blinden und Taubstummen und die ihnen gewidmete Fürsorge

Die Blinden waren bis vor zirka 100 Jahren nur in geringem Masse der Gegenstand liebreicher, wohl überlegter Theilnahme ihrer Mitmenschen. Dass sie unter den Heiden wenig oder keine Berücksichtigung fanden, dass man sie dort ihrem traurigen Schicksal erbarmungslos überliess, ja sie oft aussetzte, — kann uns nicht auffallen, wenn wir überhaupt die Kulturgeschichte heidnischer Völker ins Auge fassen. Unvergleichlich besser waren sie in Israel gestellt.

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Margrit Jenny, Ernesto Weber und Martin Näf im Gespräch mit Peter Wyss, 1988

Mit einer gewissen Traurigkeit war ich ganz da und present an dem Tag, wo ich und drei andere "Blinde" in dem schweizer Radio an prominenter Stelle mit Peter Wyss diskutieren konnten. Komisch ist es schon, dass ich dachte, ich wäre der beste Blinde, dem man je finden und Interviewen kann. Und noch komischer ist, dass mir das immernoch wichtig ist, obwohl ich weiss, dass es nicht so ist!

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Wie dunkel ist das dunkel? Blindheit als produktive Herausforderung

Auf dem Ausflug in das Land der Wahrheit wollen wir uns einen Führer nehmen, der sich besonders mit dem Thema "Wahrnehmung" befasst und dabei auf einige ungewöhnliche Fragen gestossen ist. Es handelt sich um einen der relativ seltenen Pioniere, die den vorhin erwähnten breiten wissenschaftlich-philosophischen Dialog über das Phänomen der Blindheit wollten, und die selbst - wie ich meine wesentliches - zu diesem Dialog beigetragen haben. Unser Führer ist der Franzose Jacques Lusseyran, der in den 1970er Jahren vorallem durch seine Autobiographie "das wiedergefundene Licht" auch im deutschen Sprachraum recht bekannt war.

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Die Situation taubstummer Menschen

Schon längst warten indessen die Taubstummen auf uns, dass wir ihrer gedenken und auf ihr Loos zu sprechen kommen. Sie hören uns freilich nicht, aber eben darum verdienen sie es; dass wir in theilnehmender Liebe uns mit ihnen beschäftigen.

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Blindenunterricht

Nach allem Vorangegangenen mag es nun am Platze sein, über den Blinden- und Taubstummen- Unterricht selber, über das Wesen, die Mittel, die Schwierigkeiten, die Resultate ""desselben noch einige Mittheilungen zu machen. Eine förmliche Theorie dieses Unterrichtes, wenn auch nur in enzyklopädischer Form, aufzustellen, darum kann es sich freilich hier nicht handeln, dazu ist Ort und Zeit nicht vorhanden, dazu bedürfte es überdies eines eigentlichen Fachmanns. Aber einige Andeutungen hierüber sollten doch dem Laien willkommen sein und werden gewiss sein Interesse erwecken.

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