"Es ist unzweifelhaft wichtiger, wie der Mensch sein Schicksal aufnimmt, als wie es in Wirklichkeit ist." - Wilhelm von Humboldt

Minna Specht im Gespräch mit Walter Schäfer - Tondokument 1959

Die sozialistische Pädagogin Minna Specht (1879-1961) , eine Schülerin Leonhard Nelsons und vor 1933 Leiterin des Landerziehungsheims Walkemühle übernahm nach ihrer Rückkehr aus dem englischen Exil im März 1946 die Leitung der Odenwaldschule. Diese war nach Paul und Edith Geheeb-Cassirers Emigration und mit deren Einverständnis ab April 1934 von Heinrich Sachs und Werner Meyer, zwei Mitarbeitern der Geheebs unter dem Namen "Gemeinschaft der Odenwaldschule" bis 1945 weitergeführt worden. Die Übernahme der Schulleitung durch Minna Specht steht am Beginn der Geschichte der heutigen Odenwaldschule.

Der in freundschaftlicher Distanz zum Erbe der Geheebs und unter weitgehender Ausblendung der "Gemeinschaft der Odenwaldschule" vollzogene Neubeginn bildet den Beginn des Gesprächs, in dem Walter Schäfer Minna Specht nach ihrer eigenen Biographie und ihrer Einschätzung der Geschichte der Odenwaldschule befragte. Das Original dieser 1959 in der Odenwaldschule entstandenen Bandaufnahme befindet sich im Archiv der Odenwaldschule, welches auf seiner Webseite im übrigen einige sehr lesenswerte PDF-Dateien zur Geschichte der Schule anbietet. Das ca. 90 minütige Gespräch ist hier in 9 kürzere Abschnitte unterteilt, wobei der Gesprächsverlauf bis auf eine Ausnahme beibehalten und das Gespräch nicht editiert wurde.

Inhalt


Der Aufbau der "neuen" Odenwaldschule
Ausbildung zur Lehrerin, Studium
Eindrücke von Hermann Lietz: Seine Persönlichkeit, seine politische Haltung ...
Die Walkemühle: Aufbau, Programm, Erfahrungen …
Hermann Lietz im Berliner Kultusministerium 1919
Englische Einflüsse bei Lietz
Die Landerziehungsheime damals und heute. Die Gefahr der Selbstzufriedenheit, die öffentliche Aufgabe ...
Neubeginn 1946: Das Verhältnis zu den Geheebs, die Odenwaldschule der 1920er Jahre ...
Die "OSO (Odenwaldschule Oberhambach) 2" – Natürlich, an ihr kommt man nicht vorbei


Die technische Qualität der Aufnahme lässt leider etwas zu wünschen übrig, aber angesichts der Seltenheit derartiger Dokumente lohnt sich das aufmerksame Zuhören.

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