blinder Reisender. « Die Welt ist auch hinter dem Sichtbaren gross»

Im Gespräch mit Andy Keller erzählt Martin Näf von seinen Reisen und davon, was er dabei erlebt und was ihn bei seiner Entdeckung fremder Welten besonders fasziniert. - Das Gespräch führte Andy Keller, GLOBETROTTER-MAGAZIN herbst 2012

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Wie dunkel ist das dunkel? Blindheit als produktive Herausforderung

Auf dem Ausflug in das Land der Wahrheit wollen wir uns einen Führer nehmen, der sich besonders mit dem Thema "Wahrnehmung" befasst und dabei auf einige ungewöhnliche Fragen gestossen ist. Es handelt sich um einen der relativ seltenen Pioniere, die den vorhin erwähnten breiten wissenschaftlich-philosophischen Dialog über das Phänomen der Blindheit wollten, und die selbst - wie ich meine wesentliches - zu diesem Dialog beigetragen haben. Unser Führer ist der Franzose Jacques Lusseyran, der in den 1970er Jahren vorallem durch seine Autobiographie "das wiedergefundene Licht" auch im deutschen Sprachraum recht bekannt war.

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Recognising another World. John M. Hull (Englisch)

In diesem 2001 erschienenen Artikel plädiert der bekannte englische Religionspädagoge John M. Hull für eine Neubewertung der Blindheit als einer eigenartigen
Daseinsform mit ganz spezifischen Merkmalen und Möglichkeiten. Hull ist Autor des Buches "Touching the Rock" (deutsch "im Dunkeln sehen"), in welchem er
seine eigene Erblindung als Übergang in diese andere Form des Daseins und Wahrnehmens beschrieben hat. Der englischsprachige Artikel ist ein Beitrag zu dem, was wir als "Kultur der Blindheit" bezeichnen könnten. Es ist ein jenseits von Defizitorientierung und falsch verstandener Gleichstellung liegendes Verständnis des Blindseins.

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Mein Überich ist unzufrieden, und ich?

Mein Überich ist unzufrieden. Seit Wochen hänge ich bloss so rum, tue nichts "anständiges", wie es sagt, bin unkonzentriert und unentschlossen.

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Margrit Jenny, Ernesto Weber und Martin Näf im Gespräch mit Peter Wyss, 1988

Ich bin eigentlich nicht blind. Aber weil ich gerne am Radio sprechen will, werde ich immer als Blinder "vorgeführt".

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Globus Reisemagazin 8.07.1999

Ja, es geht mir wie anderen, erst bin ich ein bisschen gehempt, und dann löste sich etwas in mir. Ich erzähle von Berlin, von einem Frachter, der mich in die USA brachte, einem Spaziergang von Blinden in den Alpen und so weiter und so weiter - Das ganze ist am 8. Juli 1999 auf DRS 2 ausgestrahlt worden.

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geschichtliche Mittheilungen über das Loos der Blinden und Taubstummen und die ihnen gewidmete Fürsorge

Die Mehrheit der blinden Menschen lebte und lebt bis heute am Rande der Gesellschaft. Doch es gab zu allen Zeiten einige, die es - aufgrund ihrer familiären Herkunft, besonderer Leistungen oder glücklicher Umstände - zu ausserordentlicher Bekanntheit brachten. In seinem nachfolgend auszugsweise wiedergegebenen Vortrag aus dem Jahr 1879 stellt der Rüschlikoner Pfarrer Arnold Näf einige dieser berühmt gewordenen blinden und taubstummen Menschen vor und beschreibt die Entwicklung der am Ende des 18. Jahrhunderts einbsetzenden systematischen Blinden- und Taubstummenbildung.

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Erprobte Regeln für den blinden Wanderer von Jakob Birrer aus Luthern bei Luzern 1838



Jakob Birrer (1800-1855), ein Bauernjunge aus dem Luzernischen Hinterland, der mit vier Jahren erblindet war, wollte nicht einfach zuhause sitzen und seiner Familie oder der Gemeinde zur Last fallen. In seinen Lebenserinnerungen berichtet er von seinen Versuchen, eine unabhängige und freie Existenz als Kaufmann aufzubauen. Dabei erfahren wir auch viel darüber, wie er als blinder Mensch damals - lange vor der Erfindung des weissen Stocks und der piepsenden Ampeln - unterwegs war. Am Ende seiner Lebenserinnerungen fasst er seine diesbezüglichen Erfahrungen auf einigen Seiten zusammen. Wer nach Birrers Tips für den blinden Wanderer Lust auf mehr hat, dem seien seine Lebenserinnerungen wärmstens empfohlen!

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Ein Kämpfer, ein Verzweifelter, einer, der es wissen wollte: James Holman, der "blinde Reisende"

James Holman war einer der bekanntesten englischen Forschungsreisenden der 1830er und 1840erjahre. Sein in London zwischen 1834 und 1838 erschienener Bericht über seine „Reise um die Welt“ war ein Bestseller. Das pikante dabei: Holman war blind.

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Berührung ist Wahrnehmen ist sehen: Jacques Lusseyran, Jakob Böhme und ich. Martin Näf, Basel

Mir kommt es oft ungerecht vor, wenn andere sagen, ich sei blind, denn die Welt um mich herum ist doch da. Ich spüre sie doch, spüre den Raum, die Luft, höre die Geräusche. Aha, das sei nicht "sehen" meinen Sie. Ich sei deshalb also wirklich blind. Aber wo genau beginnt denn das Sehen, und was braucht es dazu? Ist "sehen" nicht vor allem eine Frage der Wachheit und der inneren Lebendigkeit? Sicher - um meine Umgebung optisch wahrzunehmen sind funktionierende Augen wichtig. Aber sehe ich meine Umgebung damit wirklich? Wo findet das Sehen eigentlich statt? In unserem Gehirn? IN den Augen? In unserem Körper? In unserem "Herzen"?

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And then there was light ... Geoff Olson on the Phenomenon of Light

Geoff Olson geht in seinem im August 2010in Common Grounds erschienenen englischsprachigen Artikel dem Phänomen Licht nach: Licht, eine mechanisch erklärbare Grösse, eine art Universalklebstofv des Alls, der die Sterne, die Atome und unser Bewusstsein zusammenhält, Licht als Inbegriff von Erkenntnis und Erleuchtung ... Was ist Licht eigentlich, und was hat Blindheit mit Licht zu tun?

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RAISED TO BE NICE! My Intellectual Biography

Sorry for all none english speakers, but this text gibt's nur in enhlish. Aber my english is not so compliziert. Therefore just try! Denk daran: You can do it, if you really want! And if you want to get to know me, wär das wenigstens eine possibility!

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Hans Damf in allen Gassen

Ich war von anfang an stark sehbehindert und mit 12 oder 13 Jahren wurde ich blind. Erst war ich fast ein Vorzeigemensch: was hat der Geschaft, was hat er alles gemacht! Und dann, ich war inzwischen 58, hatte ich einen Hirnschlag, und ich war weg vom Fenster!

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Reisen, Musik und andere "Hobbies"

Hobbies - die ins Abseits gedrängten Leidenschaften und Freuden des auf seinen Beruf
hin konzentrierten bürgerlichen Menschen - die Reste früherer Träume - die Energien, die ihn am Leben halten - die ungelebten Triebe seiner Zukunft ... es gibt sie auch bei mir, die Stiefkinder meines Erwachsenendaseins, meine "Hobbies".

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Wie Wellen fortgespühlt

Ich verbringe den grössten Teil meiner Zeit damit, die schwarzen Schatten, die dauernd dicht um mich kreisen, wegzuscheuchen. Ich kämpfe gegen das Dunkel der Depression an. Äusserlich bin ich auf der Höhe meines Lebens. Nächstes Jahr werde ich 40. Innerlich scheine ich am Ende. Am Ende meines Lateins. Bis hierhin, so habe ich vor ein paar Tagen gedacht, bis hierhin haben mich meine Eltern, meine Lehrer und mein ganzes übriges Milieu begleitet. Bis hierhin haben sie mich geschupst, gestossen, geführt. Jetzt stehe ich am Anfang meines eigenen Weges. Ob jetzt noch was kommt, ob noch was geschieht, hängt nur von mir ab.

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Verwirte Zeiten. Skizze

Pubertät! Lange Weile, hab ich schon gesagt. Graue Jahre. Viel brav sein und ängstlich und Lateinwörter lernen. Französische und andere Schriftliche Arbeiten hinter mich bringen: Dictés, Thêmes, Geographie, Mathe.

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Ich bin ganz dein ... ich bin ganz mein

Es gibt Tage und Wochen, während welcher mich diese ganze Sache überhaupt nicht beschäftigt. Dann aber, an einem harmlosen Tag ohne Pflichten und Ablenkungen, an einem Tag wie heute, schleicht sich die Erregung an, breitet sich aus und nimmt von mir besitz. Gestern dachte ich noch an Bücher, wichtige Gedanken, grosse Projekte zur Förderung der Menschheit. Alles war hell und klar in mir, und heute bestehe ich scheinbar nur noch aus sexuellen Fantasien und körperlicher Unruhe und Lust.

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Immer wieder Sex

Sex und Liebesgefühle aller Art stehen seit Tagen wieder einmal wie drängendes Grundwasser in meinen Kellern. Ich versuche sie zu ignorieren, versuche zu „arbeiten“, doch sie drücken aus allen Ritzen, steigen durch die Wände hinauf in die bewohnten Gemächer ...

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Rückschau - Vorschau

Vieles habe ich weggeworfen, damals, aber die Tagebücher, die habe ich wieder vorgeholt, und erstaunt gemerkt, dass ich nicht erst in den 1990erjahren, sondern unmittelbar nach der Matur angefangen habe Tagebuch zu schreiben. Ich war gerade 55 geworden und ich hatte beschlossen, jetzt endlich das zu tun, was ich immer wieder vor mir hergeschoben hatte: Zu kündigen und zu reisen. Ich hatte Zeit, auch in die Vergangenheit abzutauchen und zu lesen was ich dort festgehalten habe.

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