"Und nun stehe ich einer grundlegenden Frage gegenüber: Welchen Wert hat das Sehen für uns? Wozu dient uns das Sehen? Und ich bemerke, daß niemand darauf ernsthaft antwortet, weder die Sehenden noch die Blinden." - Jacques Lusseyran
"Wer sehen will, muss die Augen schliessen." - Paul Gauguin

Der Turmbau zu Bottmingen. Martin Näf, Basel

Diese Photoreportage - entstanden im Verlauf eines geselligen Abends bei Freunden - vermittelt vielleicht einen Eindruck davon, weshalb ich meine Blindheit manchmal als "Hobby der besonderen Art" bezeichne.

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Wie dunkel ist das dunkel? Blindheit als produktive Herausforderung

Auf dem Ausflug in das Land der Wahrheit wollen wir uns einen Führer nehmen, der sich besonders mit dem Thema "Wahrnehmung" befasst und dabei auf einige ungewöhnliche Fragen gestossen ist. Es handelt sich um einen der relativ seltenen Pioniere, die den vorhin erwähnten breiten wissenschaftlich-philosophischen Dialog über das Phänomen der Blindheit wollten, und die selbst - wie ich meine wesentliches - zu diesem Dialog beigetragen haben. Unser Führer ist der Franzose Jacques Lusseyran, der in den 1970er Jahren vorallem durch seine Autobiographie "das wiedergefundene Licht" auch im deutschen Sprachraum recht bekannt war.

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Behindert oder nicht das ist die Frage. Ein Brief

Es ist schon etwas eigenes mit diesem Behindertsein. Man ist ja ein Mensch wie jeder andere, so wird einem von allen Seiten und zu fast allen Zeiten beteuert, aber in meinem Gefühl ist diese gute Nachricht offenbar noch nicht angekommen, obwohl ich andauernd in meiner Psyche herumwerkle und sie bzw. mich in Sachen Selbstbewusstsein auf Vordermann zu bringen versuche. Es ist ein wenig wie mit dem Schwulsein - süss klingt die Melodie der Toleranz, doch mein Herz glaubt dem Gefiedel nicht so recht. Es sitzt misstrauisch auf der Mauer und guckt zu. So schnell vergess ich nicht. Und was hab ich doch in Sachen Behinderung vor zwei oder drei Tagen gelesen: ein japanisches Forscherteam hat eine Methode gefunden, die es vielleicht bald ermöglichen soll, den Gesundheitszustand eines Fötus im Blut der Mutter feststellen zu können. Damit werden die etwas riskanten und uneleganten Fruchtwasseruntersuchungen unnötig; es genügt ein Tröpfchen Blut der Mutter und die Sache ist im Butter! "Treiben Sie ihr Kind doch ab, es gibt schönere!" "O, es ist kaputt? Dann werfen Sie's doch weg und Sie sind die Sorgen los!"

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Unterwegs. Abenteuer jenseits des Alltags

Ende der 1990erjahre bat mich der schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband um einen kurzen Text für ihren Jahreskalender. Es ist eine merhmals überarbeitete Fassung des Artikels.

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Berührung ist Wahrnehmen ist sehen: Jacques Lusseyran, Jakob Böhme und ich. Martin Näf, Basel

Mir kommt es oft ungerecht vor, wenn andere sagen, ich sei blind, denn die Welt um mich herum ist doch da. Ich spüre sie doch, spüre den Raum, die Luft, höre die Geräusche. Aha, das sei nicht "sehen" meinen Sie. Ich sei deshalb also wirklich blind. Aber wo genau beginnt denn das Sehen, und was braucht es dazu? Ist "sehen" nicht vor allem eine Frage der Wachheit und der inneren Lebendigkeit? Sicher - um meine Umgebung optisch wahrzunehmen sind funktionierende Augen wichtig. Aber sehe ich meine Umgebung damit wirklich? Wo findet das Sehen eigentlich statt? In unserem Gehirn? IN den Augen? In unserem Körper? In unserem "Herzen"?

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Recognising another World. John M. Hull (Englisch)

In diesem 2001 erschienenen Artikel plädiert der bekannte englische Religionspädagoge John M. Hull für eine Neubewertung der Blindheit als einer eigenartigen
Daseinsform mit ganz spezifischen Merkmalen und Möglichkeiten. Hull ist Autor des Buches "Touching the Rock" (deutsch "im Dunkeln sehen"), in welchem er
seine eigene Erblindung als Übergang in diese andere Form des Daseins und Wahrnehmens beschrieben hat. Der englischsprachige Artikel ist ein Beitrag zu dem, was wir als "Kultur der Blindheit" bezeichnen könnten. Es ist ein jenseits von Defizitorientierung und falsch verstandener Gleichstellung liegendes Verständnis des Blindseins.

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James Holman: Voyage around the World, Including Travels in Africa, Asia, Australasia, America, etc. etc. from 1827 to 1832

James Holman: Voyage around the World, Including Travels in Africa, Asia, Australasia, America, etc. etc. from 1827 to 1832

Kann man ohne Augen sehen? Paraoptische Fähigkeiten - Hokuspokus oder Tatsache?

In den letzten fünfzig Jahren sind immer wieder Texte aufgetaucht, die von der "paraoptischen Fähigkeit" berichten, das heisst von der Möglichkeit, ohne Augen zu sehen. Was hat es mit diesen Texten auf sich, und wieso finden sie nicht mehr Gehör? - Roger Cevey machte sich in einem 1996 im "Weg", dem Organ des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes erschienenen Artikel auf Spurensuche.

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And then there was light ... Geoff Olson on the Phenomenon of Light

Geoff Olson geht in seinem im August 2010in Common Grounds erschienenen englischsprachigen Artikel dem Phänomen Licht nach: Licht, eine mechanisch erklärbare Grösse, eine art Universalklebstofv des Alls, der die Sterne, die Atome und unser Bewusstsein zusammenhält, Licht als Inbegriff von Erkenntnis und Erleuchtung ... Was ist Licht eigentlich, und was hat Blindheit mit Licht zu tun?

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