Das grosse Zögern und der langsame Aufbruch

Ich habe mir schon seit einiger Zeit gewünscht, einmal für länger nach Afrika zu fahren und dort vielleicht auch in irgend einem Hilfsprojekt mitzuarbeiten, um unserem so nahen und gleichzeitig so fernen Nachbarn etwas näher zu kommen. Ein erster Besuch in Tanzania und Sansibar im Herbst 2000 hat meine Neugier verstärkt, und nachdem der Versuch im Rahmen von Volunteer Service Overseas, einer grossen britischen Freiwilligenorganisation, ein Engagement in einem Projekt in Afrika zu finden Ende 2009 grossartig gescheitert war, habe ich schliesslicch beschlossen, nicht mehr weiter auff den Tag X zu warten, sondern mein Lebensschiff vom sicheren Pier meines geordneten Daseins loszubinden und in den Fluss zu lenken, auf dass es neu in Bewegung komme ...

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Überfahrt und erste Tage in Tanger

Nach ein paar friedlichen Tagen bei Freunden in Frankreich und in Barcelona ist es so weit: Am 14. November gehe ich an Bord der Fähre, die mich in 24 Stunden von Barcelona nach Tangier bringen wird, und dann bin ich tatsächlich dort - in Tangier, der berühmten internationalen Stadt der 1930er und 1940erjahre, die ich während vier Tagen teils allein, teils mit meinem Couchsurfing-Gastgeber Abdelkader und andern "Couchsurfern" durchwandere und erkunde.

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Chefchaouen. Stadt in den Bergen

Vom 19. bis 27. November 2010 bin ich in Chefchaouen. Ich versuche mich mit wechselndem Erfolg an meine neue Existenz als Reisender zu gewöhnen. Das Wetter ist kalt und eigentlich gibt es nichts weltbewegendes zu Berichten. Ich treffe viele Menschen - spannende, lustige und mühsame - und lerne einiges über Marokko, seinen populären König und den Islam und vielleicht auch ein wenig über mich selbst.

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Auf dem Weg nach Marrakech

Vom 27. November bis zum 3. Dezember fahre ich weiter über Fes und Merzouga bei Rissani nach Marrakech. Den grössten Teil der Reise mache ich mit Onur, einem klugen, humorvollen und interessierten Studenten aus der Türkei, der sich zu seinem 22. Geburtstag 6 Tage Marokko geschenkt hat. Wieder ist die Zeit voller Begegnungen und Gespräche: Kivenbela,ein marrokanischer Sozialarbeiter und unser Gastgeber in Fes, der uns darüber aufklärt, dass er uns eigentlich gar nicht bei sich beherbergen darf. Dann Kersh, der junge Berber, der mir erzählt, wie er, der nur einen Tag in seinem Leben in die Schule ging, lesen und schreiben gelernt hat, und last but not least Onnur selbst, der mir viel über seine Erlebnisse an seiner Uni in Ankara, seine Erfahrungen als Erasmus-Student in Rom und den Islam in der Türkei erzählt hat. Auch das "touristische" kommt diesmal nicht zu kurz!

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Von Marrakech nach Nouakchott

Vom 3. bis zum 7. Dezember bin ich in Marrakech. Danach verbringe ich fünf Tage bei Freunden in Skirat, 20 Autominuten aussserhalb Rabats. Ich schreibe viel und bereite meine Weiterreise vor. Am Samstag, dem 11. Dezember geht's los in Richtung Süden!

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Nouakchott zum ersten. Von Staub und Sand, von Jules dem Heuchler, von den Blinden in Mauretanien, von Sklaven und der grossen Politik

Vom 15. Dezember 2010 bis zum 1. Januar 2011 bin ich in Nouakchott. Ich wollte zuerst eigentlich nur drei vier Tage bleiben, um dann in den Senegal und vielleicht nach Guinea weiterzureisen, doch die Reisegöttin hatte etwas anderes vorgesehen. Offenbar ist meine Zeit als tourist am ablaufen, und ich beginne alss Mitmensch und Mittäter, Entwicklungshelfer und entwicklungshemmer in das hiesige Leben einzugreifen.

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Nouakchott zum Zweiten: Rein ins Geschehen. Begegnungen, Arbeit, Freundschaften

Statt drei Tage bleibe ich beinahe drei Wochen in Mauretanien. Schuld daran sind vor allem Ousmane und Sy Abdulla mit ihrer unglaublichen Energie! Erst als ich kurz vor dem Bankrott stehe reisse ich mich los und fahre in Richtung Mali weiter.

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Bankomaten, Kreditkarten, Visen und andere Krisen. Wenn Sturheit zum Selbstläufer wird

In Mali will ich tun, was in Nouakchott unmöglich war: Meine Bargeldreserven auffüllen und zwar mittels meiner Euro-Master-Card oder mit der Post-Finanz Plus-Karte aus der Schweiz. Heute weiss ich, dass ich mir die Herumrennerei hätte sparen können, doch damals war ich noch voll Hoffnung und stur wie eine brasilianische Dattelpalme.

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Zwei Tage im Land der integren Menschen. Erste Eindrücke von Burkina Faso

Man hat mir gesagt, Burkina Faso bedeute Land der integren Menschen. Ein schöner Name, dem die Menschen, denen ich hier während meines kurzen Aufenthalts vom Abend des 5. bis zum frühen Morgen des 8. Januar begegnet bin, alle Ehre gemacht haben!

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Mankelundi, Ouaga, Bobo, Gibo und mein Sohn Moussa. Letzte Tage in Westafrika

Eigentlich wollte ich am 8. Januar in den Niger fahren, um mich dort mit Ismael zu treffen. Doch aus dem Plan wird nichts. Stattdessen adoptiere ich ausserplanmässig einen Sohn und verbringe mit ihm und seinen Geschichten zwei weitere Wochen im Land der integren Menschen.

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