Türen öffnen statt Mauern bauen. Wenn Reisen zum Beruf wird.

Ich bin schon immer gern gereist, doch seit einigen Jahren nimmt das Reisen in meinem Leben einen immer wichtigeren Platz ein. Ich geniesse es, unterwegs zu sein; ich geniesse die Abenteuer, die Buntheit des Lebens, das Spiel der Zufälle, die Begegnungen mit fremden Menschen und die Welten, die sich mir dabei auftun. Das Reisen ist für mich darüber hinaus allerdings auch so etwas wie ein politisches und menschliches Bekenntnis: In einer Zeit, in der die Kluft zwischen arm und reich stetig wächst, und wir uns immer mehr voneinander abzuschotten scheinen, versuche ich, Türen zu öffnen und Brücken zu bauen, sowohl in persönlichen Begegnungen als auch im Rahmen offizieller und privater Projekte, an denen ich helfend und beratend beteiligt bin oder war, denn im August 2013 habe ich einen Hirnschlag gehabt. Ich war damals wieder im Niger. Vier Tage später war ich in der Schweiz. Es ging auf und ab für mich, aber endlich bin ich so weit, dass ich wieder im Kongo mithelfen kann, allerdings bin ich jetzt im Rollstuhl, und ich vergesse viel mehr und schneller als früher. Vielleicht aber istdas, was mich frustriert, eben das, was zählt.

Copy 2018 Martin Näf

Dieser Artikel wurde bereits 19629 mal angesehen.



zurück
Nach oben.