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Verwirte Zeiten. Skizze

Pubertät! Lange Weile, hab ich schon gesagt. Graue Jahre. Viel brav sein und ängstlich und Lateinwörter lernen. Französische und andere Schriftliche Arbeiten hinter mich bringen: Dictés, Thêmes, Geographie, Mathe.

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Wie Wellen fortgespühlt

Ich verbringe den grössten Teil meiner Zeit damit, die schwarzen Schatten, die dauernd dicht um mich kreisen, wegzuscheuchen. Ich kämpfe gegen das Dunkel der Depression an. Äusserlich bin ich auf der Höhe meines Lebens. Nächstes Jahr werde ich 40. Innerlich scheine ich am Ende. Am Ende meines Lateins. Bis hierhin, so habe ich vor ein paar Tagen gedacht, bis hierhin haben mich meine Eltern, meine Lehrer und mein ganzes übriges Milieu begleitet. Bis hierhin haben sie mich geschupst, gestossen, geführt. Jetzt stehe ich am Anfang meines eigenen Weges. Ob jetzt noch was kommt, ob noch was geschieht, hängt nur von mir ab.

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Reisen, Musik und andere "Hobbies"

Hobbies - die ins Abseits gedrängten Leidenschaften und Freuden des auf seinen Beruf
hin konzentrierten bürgerlichen Menschen - die Reste früherer Träume - die Energien, die ihn am Leben halten - die ungelebten Triebe seiner Zukunft ... es gibt sie auch bei mir, die Stiefkinder meines Erwachsenendaseins, meine "Hobbies".

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Hans Damf in allen Gassen

Ich war von anfang an stark sehbehindert und mit 12 oder 13 Jahren wurde ich blind. Erst war ich fast ein Vorzeigemensch: was hat der Geschaft, was hat er alles gemacht! Und dann, ich war inzwischen 58, hatte ich einen Hirnschlag, und ich war weg vom Fenster!

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And then there was light ... Geoff Olson on the Phenomenon of Light

Geoff Olson geht in seinem im August 2010in Common Grounds erschienenen englischsprachigen Artikel dem Phänomen Licht nach: Licht, eine mechanisch erklärbare Grösse, eine art Universalklebstofv des Alls, der die Sterne, die Atome und unser Bewusstsein zusammenhält, Licht als Inbegriff von Erkenntnis und Erleuchtung ... Was ist Licht eigentlich, und was hat Blindheit mit Licht zu tun?

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Berührung ist Wahrnehmen ist sehen: Jacques Lusseyran, Jakob Böhme und ich. Martin Näf, Basel

Ich sitze in der Eisenbahn. Die Welt um mich her ist schattig grau, unfassbar. Alles ist überdeckt vom Lärm des ziemlich schnell fahrenden Zuges. Hie und da tritt eine Stimme aus den sonst scheinbar unbewohnten Nebeln dieser gleichzeitig so fernen und so nahen, irrealen Umgebung. Ich sitze da und versuche mich auf das mir aufgegebene Thema "Berührung" zu konzentrieren. Es fällt mir schwer; meine Gedanken weichen nach links und nach rechts ab, als ob sie vom Thema abgestossen werden.

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Erprobte Regeln für den blinden Wanderer von Jakob Birrer aus Luthern bei Luzern 1838

Schon unzählige Male hörte ich auf meinen Wanderungen von Sehenden die Äußerung: "Wie ist es euch doch möglich, so allein den Weg zu finden? Gewiß müßet ihr noch etwas Schein haben." Wenn ich dann betheuerte, daß ich stockblind sei, so kam ihnen die Sache durchaus unbegreiflich und wunderbar vor. Und doch beruht die Möglichkeit, als Nichtsehender ohne Führer zu wandern, auf sehr einfachen und natürlichen Regeln. Diese macht jeder Blinde sich selbst, und die Noth ist sein Lehrmeister. Auch ich habe mir solche gemacht, und erlaube mir, dieselben im Kurzen mitzutheilen. Vielleicht liest diese Andeutungen Mancher mit einigem Interesse. Daß ich damit mehr über mich selbst Aufschluß geben, als Andere belehren will, versteht sich von selbst; denn die Sehenden sind so glücklich, dießfälliger Belehrung gar nicht zu bedürfen; und was meine Unglücksgefährten betrifft, so fühle ich mich weder fähig noch berufen, ihnen Regeln irgend einer Art vorzuschreiben

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geschichtliche Mittheilungen über das Loos der Blinden und Taubstummen und die ihnen gewidmete Fürsorge

Die Blinden waren bis vor zirka 100 Jahren nur in geringem Masse der Gegenstand liebreicher, wohl überlegter Theilnahme ihrer Mitmenschen. Dass sie unter den Heiden wenig oder keine Berücksichtigung fanden, dass man sie dort ihrem traurigen Schicksal erbarmungslos überliess, ja sie oft aussetzte, — kann uns nicht auffallen, wenn wir überhaupt die Kulturgeschichte heidnischer Völker ins Auge fassen. Unvergleichlich besser waren sie in Israel gestellt.

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Globus Reisemagazin 8.07.1999

Ja, es geht mir wie anderen, erst bin ich ein bisschen gehempt, und dann löste sich etwas in mir. Ich erzähle von Berlin, von einem Frachter, der mich in die USA brachte, einem Spaziergang von Blinden in den Alpen und so weiter und so weiter - Das ganze ist am 8. Juli 1999 auf DRS 2 ausgestrahlt worden.

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Margrit Jenny, Ernesto Weber und Martin Näf im Gespräch mit Peter Wyss, 1988

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